Wälder
Das Bild mit dem Titel "Letzte Wanderung" thematisiert die Emotionen während eines Ausflugs in das hessische Willingen.
Der Standpunkt des Betrachters ist genau vor einem Baumstumpf, vor dem der Weg sich gabelt. Ein Weg führt in sanften Kurven links den Berg hinauf, wird aber bald durch einen herumliegenden Baumstamm versperrt. Es scheint keinen gestört zu haben, ihn dort einfach liegen zu lassen. Der Pfad, der sich rechts etwas bergab windet, führt an einer gerodeten Fläche vorbei und verliert sich rasch im dunklen Wald. Es ist unklar, ob er dort ebenfalls abrupt endet, oder wenigstens im Dunklen weiterführt. Der Titel "Letzte Wanderung" bezieht sich auf den Ist-Zustand des Waldes und wie er alles im Bezug dazu verändert. Die Wanderwege sind zwar noch da, jedoch ist ihr ursprünglicher Zweck, durch den Wald zu führen, gestört. Der einst idyllische und dichte Nadelwald hat starke Zerstörung erlitten. Der Kippmoment von der Beschaulichkeit ins Schreckliche vollzieht sich unmittelbar vor dem Betrachter des Bildes.
Unten: "Letzte Wanderung" Öl auf Leinwand, 50 x 100 cm, 2022
Darunter: "Winterberg" Öl auf Leinwand, 50 x 100 cm, 2020
Das Bild "Winterberg" ist eine Erinnerung an eine besondere Wanderung. Der Titel ist gleichzeitig Ortsangabe (Westfalen). Es zeigt einen heutzutage gerodeten Nadelwald-Hang. Auch die Wetterverhältnisse sind schon zur Seltenheit geworden,- ein wahrhaftiger Wintertag mit prächtigem Schnee. Durch eine eindringliche visuelle Wiedergabe soll der Bildausschnitt intensiviert werden.
Um den Fluchtpunkt dehnt er sich enorm in der Horizontalen aus. Während der Wanderung im knietiefen Schnee und in absoluter Stille hatte die Szenerie etwas seltsam Sakrales.
Die unter der Last gebogenen Äste bildeten eine Art Kreuzrippengewölbe aus Eis. Somit erscheint die kleine freie Lichtung in der Ferne wie eine Chor in der Kirche.
Weil dieser Ort real nicht mehr existiert, soll das Bild als Ersatz Trost spenden und vielleicht sogar Schamhaftigkeit erzeugen, weil wir diesen Lebensraum zerstört und nicht beschützt haben.
Das eingeschneite Totholz im Vordergrund ist Fingerzeig und Fußnote für das, was mit der Natur geschehen ist.
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